Freital, das Tal der Arbeit:

Überblick über  Industrie und Gewerbe um das Jahr 1921 und später

 

Freital die Stadt im Döhlener Becken bei Dresden, gegründet am 01.Oktober 1921 durch den Zusammenschluss der Dörfer/Gemeinden Deuben, Döhlen und Potschappel, sie waren zu dieser Zeit schon Industriegemeinden. Später kamen weitere Orte hinzu.

 

Vor allem durch die Steinkohle aber auch das Wasservorkommen in Form der Weißeritz, die Eisenbahnanbindung 1855, dem Ausbau des Straßennetzes und nicht zuletzt die Nähe zu Dresden begünstigten eine vielfältige und reiche Entwicklung der Industrie in den ehemaligen Dörfern. Aber auch die Nutzung der Dampfkraft brachte einen weiteren Schub in der Industrie-Ansiedlung im Tal.  Eine weitere wichtige Voraussetzgung für die industrielle Entwicklung im Tal, konnte durch die Erschaffung eines Elektizitätswerkes durch die Gemeinde Deuben geschaffen werden. Es wurde dadurch der Industrie ausreichend Licht und Kraftstrom zur Verfügung gestellt. Man konnte beobachten, dass vor allem auf den großen Freiflächen entlang der Bahngleise, recht zahlreich Fabriken entstanden sind, so am Ortseingang in Potschappel, und auch in Döhlen und in Deuben. Zur Zeit der Stadtgründung fällt ein besonders stark ausgeprägter Maschinenbau auf, der mit 26 Fabriken ungwöhnlich hoch vertreten war.

 

Es entstand bereits im Jahr 1842 der erste Hochofen Sachsens in der König-Friedrich-August-Hütte einem Eisenwerk an der Ortsgrenze von Potschappel. Neben diesem Industriezweig etablierte sich schon früh die Glasindustrie und breitete sich wie viele andere Industriezweige im Tal aus. Auch diese Werke profitierten von der Steinkohle, da die Öfen mit Steinkohle und deren Folgeprodukte betrieben wurden. Die Steinkohlenvorkommen sind bekannt seit 1542, der Abbau wurde 1959 eingestellt.

 

Neben diesem Industriezweig gab es in Freital um 1920 noch viele weitere Industriezweige.

 

Alle zusammen ließen alsbald das typische Bild entstehen, was man kannte, wenn man auf den Höhen rund um Freital wanderte, man sah steil abfallende bewaldete Hänge die ein Tal bilden, in dem zahlreiche hohe Schornsteine aufragten. Dieses Bild war so charakteristisch, dass man es lange Zeit im ersten Stadtwappen Freitals führte.

 

Leider hat der Verlauf der Geschichte dazu geführt, dass nur noch wenig von der einst blühenden Industrie Freitals übrig geblieben ist.

 

 

 Foto, Lutz Ziegenbalg, „Das schöne Sachsen“ Freital-das Tal der Arbeit: Heft 2, 8. Jahrg. Febr. 1938, Wilhelm Limpert-Verlag Dresden.

 

Freital um 1938, Schornsteine bis an den Horizont, im Vordergrund das Gussstahlwerk Döhlen im Hintergrund  das Glaswerk und andere Fabriken. Rechts der Osterberg. Das Bild entstand vom Wiesenhang unterhalb von Zechels Höhe in Richtung Potschappel blickend.

 

 

Es gab um 1921:

 (Grundlage für die Zusammenstellung sind Zeitungsanzeigen und Adressbucheinträge)

 

1 Armaturenfabrik,  2 Bilderrahmenfabriken, 5 Böttchereien, 1 Brauerei,

 

3 Brotfabriken, 1 Bürstenmacher, 3 Chemische Fabriken, 2 Dampfsägewerke,

 

3 Eisengießereien, 2 Emaillier-, Schilder-und Kochgeschirrfabriken, 2 Fassfabriken,

 

4 Feilenfabriken, 9 Filzwaren und Pantoffelfabriken, 1 Fleischsalat und Mayonnaisenfabrik,

 

1 Formenfabrik, 2 Gardinenfabriken, 2 Gelbgießer, 4 Glasfabriken, 1 Glasgrabplattenfabrik,

 

2 Gussstahlwerke, 2 Holzbildhauereien, 1 Holzschuhfabrik, 6 Hut- und Mützenfabriken,

 

8 Kamerawerke, 1 Kleiderfabrik, 1 Kohlensäurewerk, 1 Konserven-und Marmeladenfabrik,

 

4 Lederfabriken, 3 Marmorschleifereien, 26 Maschinefabriken, 5 Metallwarenfabriken,

 

3 Mineralwasserfabriken, 18 Möbelfabriken, 1 Modelltischlerei, 1 Modelleur,

 

1 Mühlenbauanstalt, 1 Nagelschmied, 1 Nudelfabrik, 6 Ofenfabriken, 2 Ölfabriken,

 

4 Papierfabriken, 2 Pianofortebauer und Bestandteile, 1 Plakatfabrik, 2 Porzellanfabriken,

 

1 Schmiergelwerk, 3 Schokoladenfabriken, 2 Schrotmühlenfabriken, 2 Schuhfabriken,

 

5 Seifenfabriken, 1 Sitzmöbelfabrik, 1 Stanzwerk, 1 Steinbruchpächter,

 

1 Steinholzplattenfabrik, 1 Stroh- und Filzhutpresserei, 10 Tabakfabriken, 11 Tischlereien,

 

2 Töpfereien, 2 Vernicklungsanstalten, 1 Wagenfabrik, 1 Wattefabrik, 1 Weberei,

 

1Werkzeugmacher (Schuhmacherwerkzeug),

 

1 Zelluloidwarenfabrik, 4 Ziegeleien.

 

 

 

Hier eine Auswahl:

 

 

Stahlindustrie:

  

König Friedrich August Hütte, Potschappel-Dresden, gegründet 1780, ab 1827 Kauf durch Freiherren Dathe zu Burgk, Produkte: Sägewerks-und Holzverarbeitungsmaschinen, Drehrost-Generatoren zur Erzeugung von Gas, Kaltsägemaschinen, Eisengießerei für Grauguss, seit 1881.

 

Gussstahlwerk Döhlen, Aktiengesellschaft Dresden, Hüttenstraße, gegründet 1855.           (weiter Infos unter Dokumente und Belegstücke ...)

 

Bergbau:

 

Staatliche sächsische Werke AG. Steinkohlewerk Zauckerode , Carolaschacht und Oppelschacht.

 

Freiherrliche von Burgker Steinkohlenwerke, Burgker Str. 61, techn. Büro Bugker Str. 40, 1882 Augustus-Schacht Deuben, Hoffnungs-, Segen-Gottes und Glück Auf-Schacht in Burgk.

 

 

Maschinenbau:

 

Kurt Forkhardt Metallwaren und Maschinenfabrik, Südstraße 3, Grützner-Viertel.

 

Eisengießerei, Elisabethhütte, J. Krüger, Zweigniederlassung Freital- Birkigt, Werkzeugmaschinen, Bohrmaschinen,  Elisabethstraße.

 

Eisengießerei und Maschinenfabrik, Otto Hänsen, Coschützer Str. 88.

 

Deubner Glasformenfabrik, Friedrich Wilhelm Kutzscher, Maschinenfabrik und Eisengießerei, Tharandter Str.16 in Deuben, nach 1945 nach Kiel umgesiedelt. Weiter Infos unter Industrie Grützner-Viertel.

 

J.S. Petzold, Maschinenfabrik und Eisengießerei, Untere Dresdner Str. 114, seit 1853/54. Ab 1870 fertigte man auch Maschinen zu Schokoladenherstellung.                                                             1922 waren 47 Arbeiter beschäftigt.

1863 gründet er die Gasanstalt Döhlen. 

 

Richter & Lebelt, Werkzeug- und Maschinenfabrik, Döhlner Str. 1.

 

Richter & Nordmeier GmbH, Maschinenfabrik, Schleifapperate und Stampfmaschinen, Wilsdruffer Str. 253, Zauckerode. 1922 waren 5 Arbeiter beschäftigt.

 

Maschinefabrik Roschk & Zasche, Untere Dresdner Str. 34, siehe Laupitz in Potschappel.

 

Gebrüder Bindler, Maschinenfabrik Freital-Döhlen – gegründet 1908, Potschappler Str. 1, Produkte: Spezialmaschinen für Schokolade-und Zuckerwaren. (davor Likör-, Essig- und Spritfabrik W. Schmidt in Döhlen) 

Quelle: Fachzeitschrift Süßwarenbranche - sweets processing 5-6/2020 und                      IHKplus Dezember 2008 | Januar 2009 S. 58 - "Wo Schokolade in Form gebracht wird";        (Gebrüder Heinrich und Hugo, Söhne von Hugo: Karl und Herbert) nach 1945 Enteignung in Freital, Herbert B. flieht in den Westen mit seinen Konstuktionsunterlagen, ab 1949 Neustart in Bergneustadt im Umfeld von Köln, wenige Jahre später 120-150 Mitarbeiter, Nachfolger Uwe Bindler als Geschäftsführer des Familienunternehmens Gebr. Bindler Maschinenfabrik GmbH & Co. KG. Ab 2001 Teil der Schweizer Bühler AG als Geschäftsbereich Bühler Bindler. Ab 2000 Rückzug aus dem Unternehmen - noch  als Berater in der Schokoladenbranche tätig, U. Bindler (1953-1924) konnte zahlreiche Ideen zum Patent anmelden.

 

 

Geiler & Kalkow, Deubner Glasformenfabrik- und Maschinefabrik GmbH, seit 1905, zuerst auf der Nordstraße 8 in Deuben, später Krönertstraße 3. 1922 waren 24 Arbeiter beschäftigt. Siehe auch unter Industrie im Grützner-Viertel.

 

Max & Ernst Hartmann, Maschinenfabrik, Freital-Deuben, Produkte: Sparvorwärmer, Speisewasservorwärmer-Economiser. Tharandter Str. 20 und Bergstraße, gegründet 1904 vermutlich in Dresden, in Freital ab ca. 1920 ansässig, 1922 sind  80 Arbeitert beschäftigt, (Nachnutzer der Fabrikgebäude der ehemaligen Glasfabrik Grützner).

Nachfolgefirmen in der DDR: VEB Entstaubungstechnik „Edgar André“ (Magdeburg)Werk Freital (auf dem Gelände vom ehemaligem Kraftwerk Deuben), Betriebsteil von VEB Kombinat Luft-und Kältetechnik.

 

Ernst Grafe, Hainsberger Maschinenfabrik, Brennholz-Zerkleinerungsanlagen, Kreissägen, Spaltmaschinen.

 

Otto Hänsel, Maschinenfabrik, Birkigt-Potschappel, Produkte: Einwickelmaschinen für Schokolade, Etikettiermaschinen, Abfüllmaschinen, Papierwerk für  Verpackungspapiere, Coschützer Str. 88, gegründet 1911 (kam 1918 von Leipzig).

 

Heitzig & Co. Präpotenz und Fräßmaschinenfabrik, Gegründet 1879,

Poisentalstraße 51 Deuben, später Römerstraße/Südstraße Hainsberg.

Amtsgericht Döhlen: gemeldet seit 31. Aug. 1923.       

1922 waren 36 Arbeiter beschäftigt.

 

Fritz Enke Werkzeugmaschinenfabrik Potschappel, gegründet 1913, Spezialität: Rund-und Flächenschleifmaschinen, Untere Dresdner Str. 61. 1922 waren 30 Arbeiter beschäftigt.

 

Felix Alfred Arno Erbe in Freital - Konstruktion und Verkauf von Maschienen, Formen und Bedarfsartikeln für die Glasindustrie, Handelsregister Nr. 621 für 1925, Untere Dresdner Straße 14 Potschappel, gegründet 1919.

 

Werner Lehmann, Landwirtschaftsmaschinen und Holz, Wehrstraße in Deuben,          1922 waren 4 Arbeiter beschäftigt.

 

Friedrich Müller, Inh. Paul Söffge,  Maschinenfabrik Potschappel, Gegründet 1879,

1892 in Potschappel niedergelassen - Fabrik für Buntpapiermaschienen, 

1888 Neubau Fabrikgebäude, Spezialmaschinen für die Papierherstellung, später Wellpappe, Gutenberstr. 12.

 

Universelle Ziegattenmaschinenfabrik Freital, 1922 sind 95 Arbeiter in Freital beschäftigt. 

1898 gegründet von Ingenieur Otto Bergsträßer in Dresden, später Zwickauer Str. 27. (Hauptstaatsarchiv 11683)

Ab 1915 Universelle-Zigarettenmaschinenfabrik J. C. Müller & Co.

Erwerben 1920 die Fabrikhalle auf der Güterstraße 3 in Deuben,

Gründung der Firma "Weberei Endlosbänder", Universelle Fabrik, waren zu 50 % beteiligt. 

Sieh auch Dörrer Tuchfabrik und Kleiderfabrik Uhlig unter Sonstige Fabriken.

 

Maschinenfabrik, Max Kaden, Oberpesterwitzer Str. 60.

 

Fischer & Co. Werkzeugmaschinefabrik Freital-Potschappel, Drehbänke, seit 1910, untere Dresdner Str. 19. 1922 waren 82 Arbeiter beschäftigt.

 

Maschinenfabrik Richard Kippenhahn Potschappel, Schneide- und Lochmaschinen, Wilsdruffer Str. 2.

 

Rudolf Knoth, Maschinen-, Schnitt- und Stanzenbau, Kirchstr. 8. 1925 ober Dresdner Straße 109 Schrotmühlenfabrik.

 

Maschinenfabrik Potschappel (Vorbesitzer Paul Handmann, seit 07.06.1920),

Robert Laupitz aus Radebeul (Büromaschinen/Rechenmaschinen Phönix - Radebeul),

seit 20. 07.1920 - 07.12.1922, Herstellungsmaschinen in Freital, 1922 sind 10 Arbeiter in Potschappel beschäftigt.

20.06.1921 - 07.12.1922 Ing. Curt Conrad Laupitz (Bruder) Fabrikbesitzer in Potschappel,

Nachfolgefirme Roschk & Zasche seit 07. 12.1922- 17.10.1923, untere Dresdner Str. Nr. 34

(Q.: HSA DD, 11053 AG FTL-Döhlen Nr. 0156, Bl. 539).

 

Maschinenfabrik Scheumann & Wolf Freital, seit 1877, Inhaber A. Freund, Pumpen, Pressen, Schmiedehämmer, um 1925 Poststraße 23. 1922 sind 24 Arbeiter beschäftigt, Albertstraße 23 (Straßennamenänderung), nach 1945 wurde daraus das VEB Plastmaschinenwerk Freital an der Hüttenstraße. 

 

Schrotmühlenfabrik Josph Kadavy, 1922 Albertstraße 3 später 1925 wurde daraus die Poststraße 3, 1922 sind 8 Arbeiter beschäftigt.

 

W. Michalk & Sohn Deuben, sächsische Armaturenfabrik,

Schuhherstellungsmaschinen, Schmierapparate für Lokomotiven, 1922 waren 145 Arbeiter beschäftigt, Obere Dresdner Str. 56 (gegenüber vom Neumarkt, heute rechte Hälfte vom Gründerzentrum F1), seit 1879.

 

Vogel & Schlegel, Spezialmaschinenfabrik für moderne Transmission. Von den Maschinebauern Julius Oskar Vogel aus Dresden und Friedrich Ernst Schlegel aus Dresden, wurde 1877 in Dresden eine Reperaturanstalt auf der Oberseestraße gegründet. Als die letzte Werkstatt auf der Biedermannstraße 8 in Dresden-Plauen zu klein war, legte man eine Filiale als Erweiterung  ab 1912 auf den Flächen an der Oberen Dresdner Str. 50 in Neudöhlen (Freital), heute Dresdner Str. 166 an. Man fertigte zu dieser Zeit neben Transmissionen auch Dampfmaschinen und Kupplungen und auch Kuppungen nach einem Patent und Lizens von Herrn Benn.

Firma Benn GmbH Transmissionswerk tritt ab 07. Sept. 1922 auf diesem Areal in Freital in Erscheinung, erster Firmensitz war Radebeul, später Freital. 1929 zieht sich die Firma Vogel & Schlegel nach einem Streit mit Herrn Benn aus Döhlen (Freital) zurück nach Dresden.

Ein Eintrag im Handelsregister Amtsgericht Döhlen: Nr. 584, 1929 Benn-Kupplung GmbH, Maschienenfabrik- u. Eisengießerei, Geschäftsführer: Ing. Hans Hamliton Benn in London (*09.Dez.1865 York) und Ing. Arthur R. Neumann Dare (*30.Okt.1875 Morthake) beide aus England - beide traten 1899 über die Vorgängerfirma Heiniks Erben & Co in das Unternehmen ein. Die Firma Benn hat ihren Urspung in der Stadt Tannenwald (Tanvald) im heutigen Tschechien im Iserbebirge, 1828 als Baumwollspinnerei gegründet und deren Reperaturwerkstatt ist der Ursprung der Firma Benn. Diese Reperaturwerkstatt verselbstständigte sich und baute später Transmissionen und Kupplungen. (Patenteinträge 1893, 1897, 1899, 1911, 1914, 1925), um 1935 unter den Namen Benn GmbH  Keilriemen-Triebe in  Freital, um 1940 Benn GmbH - Fabrik für Neuzeitliche Antriebe in Freital. Eine kanadischen Firma hatte große Anteile an der Firma Benn. (Q.: Adressbuch Freital 1929 und Chronik von Spensberger/Pelka und Briefkopf/Rechnung -Slub: Sig. BK 2719).

In der DDR wurde aus der Firma Benn ab 1972 das VEB Kupplungswerk Freital, die Nachfolgerfirma befindet sich heute in Dresden-Löbtau KWD Kupplungwerk Dresden GmbH. Dr. Johann Spensberger (28.07.1935 - 05.05.2023) aus Rabenau arbeitete ab 1957 als Konstrukteur bei der Firma Benn und war später dort Betriebsleiter (auch bei KWD Dresden tätig) und zuletzt Verwalter der Imobilie in Freital (Buch: Kupplungen aus Dresden, Spensberger/Pelka 2020 - Chronik, Freital-Dresden), ebenfalls war er Leiter des Stuhlbaumuseums Rabenau. Zuletzt gab es eine Firma Imobilien, Finanzdienstleistung, Verwaltung Benn GmbH am Standort Freital - Dresdner Str. 166. In den alten Fabrikgebäuden befanden sich bis kurz vor dem Abbruch das Theater die Spielbühne und Probenräume für Künstler bzw. Musiker, Tonstudio und zeitweilig auch eine Autowerkstatt und Büros dort, das Fabrikgelände befand sich hinter der Aral-Tankstelle bis an die Eisenbahngleise heran.

2023-2024 wurden alle Fabrik-Gebäude auf dem Gelände Dresdner Straße 166 abgerissen. Am 14. Nov. 2024 wurde dort ein REWE Einkaufsmarkt mit Bäckerei/Caffee eingeweiht.    In einem Nebengebäude wurde am 12. Juni 2025 ein dm-Drogeriemarkt eröffnet.                        (Q.: SZ Freital 25.10.2024 S.18) Ursprünglisch bestand die Idee eine neue größere Feuerwehrstation für die Stadt dort zu bauen.

(Qellen: Jubiläumsschrift - 50 Jahre 1877-1927 Vogel & Schlegel Maschinenfabrik /Gmbh

Dresden-A. 27 Vorstadt Plauen . Biedermannstrasse 8. - mit Bildern.

Artikel Sächs. Zeitung, über die Fa. Benn und Joh. Spensberger: 28.07.2020 Ein Rabenauer im Unruhestand, 11.05.2023 Freital, Der Vergessene der nicht rumsitzen konnte)

Quellen; Buch: Kupplungen aus Dresden, Spensberger/Pelka 2020, S. 12 Bild 1.2./5

Herkunft des Originakbildes :Jubiläumsschrift: 50 Jahre 1877-1927 Vogel & Schlegel Maschinenfabrik /Gmbh, Dresden-A. 27 Vorstadt Plauen . Biedermannstrasse 8

Fotografische Ansicht aus dem Zeitraum 1921-1927 vom Standort Freital.

Beschriftung an der Fassade: Benn Kupplung, Freital Döhlen Dresden, Vogel & Schlegel.

 

Glasindustrie:

 

Aktiengesellschaft für Glasindustrie Dresden - Friedrich Siemens, Glasfabrik in Döhlen,  

Werkteil der AG in Döhlen, früher obere Dresdner Str. 26.

1. Fabrik: Ab 1818/19 wurden für die Friedrichshütte die Gebäude der Glasfabrik in Döhlen errichtet, 1820 startet die Fabrik die Produktion unter der Leitung von Theodor Adolf Roscher (die Fläche gehörte vorher dem königlichem Kammergut und war der Fasanengarten vom Rittergut Döhlen).
Ab 1845 Übernahme durch die sächsische Glashüttengesellschaft AG (Gründungsdatum GH Döhlen) während der Zeit Personalmangel und Mißwirtschaft -

danach 1862 Verkauf an Baron von Burgk - in dieser Zeit 2 Jahre außer Betrieb,

1864 neuer Betreiber Carl Zechel - pachtweise, 1869 Kauf durch Zechel & Jahn, nannte sich danach Vereinigte Glashüttenwerke Carl Zechel zu Döhlen und Potschappel - bedeutender Aufschwung (Q.: Chronist Leßke und Der Plauensche Grund, E. Preußer 1869).

2. Fabrik: 1853 wurde die Gottessegen-Glashütte in Potschappel am Bach Wiederitz an der Grenze zu Döhlen von Johann Andreas Leiritz errichtet. 1860 wurde diese Glashütte von Carl Zechel aus Dresden erworben.

Die 1801 gegründete und um 1804 durch Hüttenmeister Roscher neu konzepierte, in Potschappel durch Rittergutsbesitzer Ernst Heinrich Graf von Hagen unter Leitung von Bergfaktor Stiller angelegte erste Glasfabrik, war seit dem Produktionsbeginn der Friedrichshütte1820 in Neudöhlen (errichtet durch Hüttenmeister Roscher) dem Niedergang geweiht. Bereits 1842 war sie spurlos verschwunden

(Leßke Bd. 2, S. 110, Die Volkswirtschaft im Königr. Sachsen 1893 Bd. 2, S. 131).

3. Fabrik: 1862 wurde an der westlichen Stadtgrenze von Dresden eine kleine Tafelglashütte durch Hans Simens gegründet (Löbtau), nach seinem Tod 1867 wurde diese vom Bruder Friedrich Siemens übernommen, er stellte die Produktion auf Flaschenglas um, 1871 kaufte er die Döhlener Glasfabrik von Zechel. 1888 wandelt Siemens seine Glasfabriken in eine Aktiengesellschaft um. 1922 sind 637 Arbeiter in Freital-Döhlen beschäftigt.              Friedrich S. wurde 1826 in Menzendorf bei Lübeck geboren, er war davor tätig als Assistent bei seinem Bruder Werner und beschäftigte sich in der Zeit mit Telegraphie, ab 1848 versuchte er mit seinem Bruder Wilhelm in England ihre Erfindungen im Bereich Motor- und Maschienetechnik dort einzuführen (sie sind Vorfahren der bekannten Firma, die heute durch Haushaltsmaschinen bekannt ist). Durch wichtige Patente in der Glasindutrie konnte F. Simens die Glasflaschenproduktion sehr erfolgreich in Deutschland etablieren. Nach 1945 wurde die Glasfabrik in Freital nach starken gesellschaftlichen Veränderungen verstaatlicht und die Nachfolgerfirma produziert nach zahlreichen Wandlungen und schweren Herausforderungen bis heute am gleichen Standort in Freital, Glashütte Freital GmbH, Dresdner Straße 136. (Quelle: Denkschrift aus Anlaß des 25 jährigen Bestehens der Aktien-Gesellschaft für Glasindustrie vormals Friedrich Siemens Dresden 1888-1913,

Leßke III S. 233). 

Briefkopf 1869
Briefkopf 1869

 

Gebrüder Malky in Deuben, Glashüttenwerk für Pressglas und Hohlglas,                     gegründet 1884/85 durch Robert Malky, Tharandter Str. 4 in Deuben, später Gebrüder Malky (Söhne). 1922 sind 240 Arbeiter beschäftigt.

(Adressbuch 1924/25: Tharandter Str. 8 Carl Malky Fabrikbesitzer, Tharandter Str. 10 Franz Malky Fabrikbesitzer) - siehe auch unter Industrie im Grützner-Viertel.

 

Max Kühnel Deuben, Glasfabrik, Beleuchtungsglas, Glas für die chemische Industrie, Glasbausteine, Glasgroßhandlung, 1925 Tharandter Straße 1 in Deuben. 

Handelsregister gemeldet seit 09. Juni. 1914, Freital 1924/25: Max Kühnel Glasexport Nordstraße, Inhaber: Kaufmann Max Oswin Kühnel in Freital, Prokurist: Kaufmann Max Kurt Rudolf Kühnel in Freital. 26. Okt.1929 Firma ist erloschen.

 

Deutsche Pressglasfabrik Freital, Adolf Schneider & Co. Presshartglasfabrik, Glasschleiferei, Schutzhülsen, Drahtgläser, gegründet 1906, Spezialgläser für die Industrie, Tharandter Str. 18 in Deuben (Adrb.1925),1922 sind 32 Arbeiter beschäftigt. 

 

 Porzellan:

 

Sächsische Porzellanfabrik Potschappel von Carl Thieme, gegründet 1872, Inhaber Karl Kutzsch, Bachstraße 14. 1922 waren 173 Arbeiter beschäftigt.

 

Kunst Keramische Werkstätten Freital Ottmar Hetzschel, Herstellung von Geschirr, handbemalte Porzellankunstmalerei, seit 25.11.1921-04.08.1922, danach nach Dresden verlegt.

 

 

Leder:

 

F.G. Sohre, Lederfabriken Dresden, später in Freital und Ostritz in Sachsen, Leder jeder Art, gegründet 1858 in Dresden als Lederhandlung (Vorfahren zuvor in Lommatzsch ansässig), seit 1893/94 in Deuben in der ehemaligen Samtfabrik Berndt, Poisentalstr. 21, Neubau wurde 1909 errichtet. 1922 waren 99 Arbeiter beschäftigt.                                  (weiter Infos unter Dokumente und Belegstücke ...)

 

Otto Baumann, Freital Potschappel, Treibriemenfabrik, Lohgerberei, gegründet 1853, 1894 vom Sohn übernommen, 1966 in Volkseigentum VEB Lederverarbeitungswerk Dresden überführt, 1972 erloschen, Untere Dresdner Str. 34.                                                              (weiter Infos unter Dokumente und Belegstücke ...)

 

Felix Richter A-G, Lederwarenfabrik, Burgwartsstr.11.

 

Leder und Treibriemenfabrik Müller, Gründer: Lohgerber Reinhardt Oswald Müller (+14.08.1909 Deuben), Poisentalstraße 14 (gelegen auf dem Gebiet hinter dem heutigen Sachsenplatz, auf der Hofewiese - früherer Festplatz von Deuben, unterhalb des Windbergs, auf dem Gelände der heutigen Abfallentsorgung, einige originale historische Gebäude stehen noch), letzter Eigentümer Friedrich Otto Müller, danach ab 1960 VEB Freitaler Lederfabrik, 1962 Firma erloschen. 1922 waren 30 Arbeiter beschäftigt.

Gegründet 1862 laut Handelsregister, laut Briefbogen 1867, in der Böhmert`schen Mühle , zweite Mühle am Deubner Mühlgraben von der Egermühle kommend.

Teilnahme an Handwerks-und Kunstaustellung Dresden 1896, Anzeige S. 96.

Info, Friedrich August Leßke 1892: Bd.1, Kap. II, S. 18:

Mühle von Johann Traugott Böhmert, Ausbau 1841, 1882 Aufgabe (Mühle 1833 gegründet laut Leske, in der Korektur erwähnt), die Mühle wurde danach von der Lohgerberei Müller genutzt. In der Umgebung gibt es "Müllers Weg", dieser Weg ist nach dem Besitzer der Lederfabrik benannt, da er zur Fabrik führte oder an ihr vorbei.

 Foto, Sammlung Lutz Ziegenbalg aus Freital ©

 

Papier:

 

Papierfabrik Thode Aktiengesllschaft Hainsberg, seit 1838.

 

Papierfabrik Otto Hänsel, Coschützer Str. 88 (Wachspapier).

 

Papierfabrik Rudolf Proft, Fabrik chem. präparierter Papiere, Coschützer Str. 51.

 

Benno Theuerkauf Papierwarenfabrik Potschappel, Verpackungen, Tüten, Beutel, Kartons mit Aufdruck.

 

Kameras:

 

Thomas-Werke Freital-Potschappel, Produkte: photographische Apparate, Klappkameras, Rollfilmkameras.

 

Welta Kamera Werk Freital, anfangs unter dem Namen Weeka Kameras, Handklappkameras von Radewansky, Weber und Walter Waurich, Augustusstr. 10.            1922 waren 150 Arbeiter beschäftigt.

 

„Alfra“ Inhaber Alfred Waurich, moderne Klappkameras, Körnertstraße 6.

 

Freitaler Kameraindustrie, Woldemar Beier, seit 01. April 1923, Georgstraße 9.

 

Erko-Werke, Spezialfabrik für Kameras, Waldemar Kurt Radewnsky & Arno Koszunsek, Optik und kunstgewerbliche Gegenstände, Freital-Deuben-Niederhäßlich und Coschütz, obere Dresdner Str. und Poisentalstraße.

 

Kolbe &Schulze, Inhaber Arno Kolbe, Photographische Apparate, Obere Dresdner Str. 130.

 

Thowe-Kamera-Werk AG, seit 1914, Obere Dresdner Str. 42.

 

Werner, Otto und Alfred, Verschlußbau zu photographischen Artikeln, Obere Dresdner Str. 19.

 

Chemie:

 

Deutsche Voltol-Werke G.m.b.H., Produkte: Gleitöle für Lager und Zylinder, Potschappel.

Früher gegründet von der Firma Stern Sonnburg A.G. Hamburg 1917/18  als "Deutsche Elektrion-Oel-Gesellschaft m. b. H." Auf elektrischem Weg und unter Vakuum wurden Oele mit speziellen Eigenschaften hergestellt. 1922 waren 18 Arbeiter beschäftigt.

 

Sächsische Mineralölraffinerie Freital GmbH, erzeugt Benzin, Öl, Petroleum, Fette,     1922 sind 16 Arbeiter beschäftigt, Südstraße 11, an der Verlängerung der Weststraße (Treppenzugang zum Tunnel, Heilbut-Haus) in Deuben. (sieh auch unter Industrie im Grütznerviertel)

 

Kosmetik:

 

Rumbo - Gebrüder Rumberg, Potschappel, Dampf-Seifen und Soda-Fabrik. Seit 1910.

 Firmengründer stammt aus Niederhäßlich. 1922 waren 54 Arbeiter beschäftigt.                         (weiter Infos unter Dokumente und Belegstücke ...)

 

Bombastus-Werke Zauckerode, Bombastus-Heilpräparate gegründet 1904. Inhaber Emil Adolf Bergmann, Wilsdruffer Straße 170.

 

Chemische Fabrik, Dr. Kerkhof & Harzer GmbH, Pharmazeutische Präparate und Lacke, Coschützer Str. 59.

 

Alpha-Seifen GmbH, Wehner & Co. , Richard Rudolf Wehner Kommanditgesellschaft,Weißiger Str. 37 seit 1925-1948, Firma existiert unter diesem Namen  heute wieder in Freital.

 

Möbel:

 

Deutsche Xylolith Platten Fabrik, Otto Sening & Co. GmbH Potschappel,                   

seit 1887, Platten für Möbel und Fußboden, sogenannate Steinholzplatten - häufig auch als Brandschutzplatten eingesetzt, heute befindet sich dort die Maler GmbH an der Wildruffer Straße/Brücke. Ehemaliger Standort des Döhlner Kunstschachtes.

1922 waren 62 Arbeiter beschäftigt.

 

Birkigter Kunstmöbelfabrik GmbH, Coschützer Str.72.

 

Dresdner Holzindustriegesellschaft GmbH, Coschützer Str.88, Gitterseer Str.3.

 

Möbelfabrik Karl Franz, Richard Wagner Str. 9. Potschappel, seit 1919,

später Übernahme der Firma E. Hermann & Söhne. 

 

Möbelfabrik Hermann & Söhne, Inhaber H. Engel und E. Mayer, Unter Dresdner Str. 4, Potschappel - hinter dem Einnehemerhaus, langes Fabrikgebäude nähe Steiger.

 

Möbelfabrik Max Friedrich, Ob. Dresdner Str. 94.

 

Möbelfabrik Bernhardt Lange, Bahnhofsstraße 9.

 

Möbelfabrik Emil Merkel, Bahnhofsstr. 31.

 

Möbelfabrik Emil Pötzsch, Poisentalstraße 93.

 

Möbelfabrik Theobald Schneider, Lange Straße 3.

 

Möbelfabrik Heinrich Fickler Hainsberg. gegründet 1881(Briefbogen), seit 1886 gemeldet

(Heinrich 1835-1920,oo mit Clara, Georg 1888-1963,oo mit Rosa) Nachfolgefirma DDR: Möbel-und Radiogehäusefabrik oder Radio-und Fernsehgehäuse.

Firmendruck von 1923, Sammlung Lurt Ziegenbalg in Freital

 

E. Herrmann & Söhne, Inh. Edmund Mayer u. Gustav Eckert, Möbelfabrik-kunstgewerbliche Werkstätten Freital, Gegründet 1844.

 

Stuhlfabrik Albert Schieblich Hainsberg

 

Max Hein Möbelwerkstätten Potschappel, Turnerst. 12.

 

Bernhard Lange Möbelfabrik Deuben, gegründet 1882.

 

Max Friedrich  Möbeltischlerei Deuben, gegründet 1879.

 

Heinrich Nielsen Möbelfabrik Potschappel, Lindenstraße 4

 

Th. Schneider & Sohn Freital, Spezialfabrik für Pianofortebestandteile.

 

Gebr. Fichtner, Holzhäuser und Türen- Fabrik, Freital. 1922 sind 50 Arbeiter beschäftigt. Auch in Dresden: Gebr. Fichtner, Dresden (A 2020) Handelsregisterblatt 9694.-           Inhaber: Conrad Albert Otto Fichtner, Architekt und Baumeister, Dresden-Plauen.  1912-15 Korksteinwerk, Würzburgerstraße 41 in Dresden, Umfirmierung der Firma Gebr. Fichtner in Asbest- und Kieselguhrwerke GmbH, Bauarbeiten im Hauptstaatarchiv.

Weiterer Nachweis: Sächsisches Staatsarchiv, 10168 Grundherrsch. Burgk, Nr. 0793, Neubau einer Gärtnerwohnung, Lageplan.- Grundriss.- Ansichten und Schnitte des Neubaus, Entwurf: Gebr. Fichtner 1904.

   

Lebensmittel:

 

Fleischsalat und Mayonnaisenfabrik, Rudolf Zieger, Ziegelstr. 4.

 

Hermann Gerlach & Sohn, Brauerei Döhlen , Hauptstr. 29, seit 1859, Ritterbräu, schweres Bier nach Münchner Art, deutsches Pilsner, Caramelbier, Limonaden.

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Brotfabrik, Backverein Zauckerode, Wildsruffer Straße 108.

 

Brotfabrik, Konsumverein „Vorwärts", Genossenschaftsstraße 12,

heute Straße "Am Glaswerk", nähe Schachtstr - bei der Feuerwehr, Gebäude in der Ecke.

Ab ca. 1950 wurde dort auch Speise-Eis mit Schokoüberzug maschinell produziert.

 

Brotfabrik, Straube, Otto, Schachtstraße 2.

 

Kohlensäurewerk - Potschappel, Wilsdruffer Straße 5.

 

Mineralwasserfabrik Hugo Berthold, Weißiger Str. 35.

 

Mineralwasserfabrik Karl Graue, Augustusstraße 3.(*1892 +1966 Deuben)

 

Mineralwasserfabrik, Johann August Proft in Potschappel, von 1900-1922 (danach mechanische Brotformenfabrik) Potschappel, Coschützer Str. 51(siehe auch Papierfabriken).

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Konservenfabrik- und Marmeladenfabrik, Bernhardt Werner, Lindenstr. 15, seit 1898, heute Werner-Kloßmehl in Potschappel. 1922 waren 11 Arbeiter beschäftigt.

11. mai 1937 erloschen 

Nudelfabrik Oskar Schönberger & Sohn, Coschützer Str. 7.

 

Weichhold & Lochmann, Hofmühle und Obermühle Potschappel, Inhaber Kurt Weichhold, Mühle und Brotfabrik, Am Markt 4,

1574 war die Mühle in Potschappel in Besitz vom sächsischem Hof (Hofmühle Potschappel) Quelle:  Hauptstaatsarchiv Dresden 10036 Finanzarchiv, Loc. 33825, Rep. 27, Dresden, Nr. 0165

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 Deubner Mühle, Inhaber Richard Eger, Mühle und Mehlgroßhandel, Mühle seit 1465 (Sägemühle), seit 1876 in Besitz von Eger, Mühlenstraße 10.

 

Gustav Rudolf Teubner Schokoladenfabrik Deuben-Niederhäßlich, gegründet 1866, ab 1873 mit Dampfanlage, 1892 neues Fabrikgebäude gebaut, 1922 waren 26 Arbeiter beschäftigt, VW L. Emma ab 1925/26, bis 1931 im Adressbuch, Poisentalstraße 49, Spezialität: Kakaumasse, Kuvertüre.

Vorgeschichte: 1867 kaufte Fabrikbesitzer Gustav Teubner die von Karl Gottfried Baum 1843 erbaute Mahl-Mühle. Brandkataster Nr. 46, später 64 im Haselniederwald mit Bach und Wiese, durch Um- und Neubau richtete er ein Cacao- und Schokoladenfabrik ein. Er erlitt großen Schaden durch die Hochwasser 1876 und 1881. (Leßke Bd. I. S. 146, 157.), später Übernahme durch Fa. Jähnigen. 

 

M. Jähnigen & Söhne GmbH, Schokoladenfabrik, Obere Dresdner Straße 101, später auch Albert Jähnigen Fichtestraße 3 Potschappel, ab 1938 Rudolf Jähnigen, Poisentalstraße 45 b,

Marke „Majasso“, Firma bestand angeblich von 1922-1949, danach vermutlich verstaatlicht.

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Ruschig, Oskar, Schokoladenfabrik und Konfitüre, Untere Dresdner Straße 18.

 

Riedel, Alfred, Schokoladenfabrik, Burgwartstraße 162, ab 1925/26 im Adressbuch.

 

Fleischer & Co. Schokoladenfabrik Nachf., Inhaber Martha Fleischer, Tharandter Str. 27, 1926/27 im Adressbuch.

 

Richter& Freudemann, Schokoladenfabrik, Bormanns Berg 3,1926/27 im Adressbuch.

 

Meierei Freital, Hermann Zimmermann, Gegründet 1896, Schweinemästerei, Herstellung von Butter und Weichkäse, An der Weißeritz 7, Deuben.

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Freitaler Molkerei Fritz Matthes in Deuben, Molkereiprodukte, Kirchstraße 5.

 

 Sonstiges:

 

Reinhardt Lehner Metallwarenfabrik und Ziegelwerk Freital Deuben, elektronische Bedarfsartikel, Unterputzmaterial zum isolieren. 1922 waren 84 Arbeiter beschäftigt.

Güterbahnhofstraße 1.

 

Beschlägefabrik - Metallwarenfabrik Deuben, Adolf Bähr, Beschläge vergoldet, versilbert u. vernickelt, auch Blechspielzeug u. Blechsoldaten. Gegründet 05.06. 1889 in Dresden, 01.06.1890 nach Deuben verlegt. Standort Mozartstraße Nr. 6, Fabrik im Gelände hinter dem Haus.

 

Eduard Schmutzler, Metallwarenfabrik, Wartburgstraße 28,                                            1922 waren 10 Arbeiter beschäftigt.

 

Hainsberger Metallwerke GmbH, (Rudolf Fickler) wohl seit 1902,

laut Amtsgerich seit 11. Febr. 1911als Hainsberger Metallwerkgesellschaft mit beschränkter Haftung. Marke: National Fahrräder auch Motorräder, 11. Mai 1937 erloschen,

zuletzt IFA Betrieb (DDR).

 

Foto, Sammlung Lutz Ziegenbalg aus Freital ©

Typenschild von einem Fahrrad der Firma Fickler, befand sich früher an der Lenkstange.

 

Bernhardt Mehlhose Deuben, Feilenfabrik, gegründet 1860 Potschappel, später Obere Dresdner Str. 139 Deuben, Teilnahme an Handwerks-und Kunstaustellung Dresden 1896, bietet Sägen und Feilen.

 

Feilenfabrik, Karl Jonke, Neue Str. 5.

 

Feilenfabrik. Ferdinand Koutelka, Ob. Dresdner Str. 89.

 

Feilenfabrik, Hans Schneider, Ob. Dresdner Str. 130.

 

Gelbgießerei, Emil Götzel, Untere Dresdner Str. 71.

 

Gelbgießerei, David Oehme, Unter Dresdner Str. 133.

 

Glasgrabplattenfabrik, Gebrüder Kadner, Poisentalstr. 33.

 

Triumpf Backschüsseln Johann August Proft in Potschappel, mechanische Brotformenfabrik, Brotformen aus Papiermasse, Holzstoff, (vorher Mineralwasser u. Limonadenfabrikant von 1900-1922) 10. Jan.1922-1955 Potschappel, Coschützer Str. 51.

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Werkzeugmacher, Oskar Johne, Werkzeuge für das Schuhmacherhandwerk, Untere Dresdner Straße Nr. 51.

 

Reinh. Naumann u. Co. Werkstatt für Feinmechanik, obere Dresdner Straße 132,        1920 waren 20 Arbeiter beschäftigt.

  

Kleiderfabrik Uhlig & Sohn GmbH, Poststraße 3 Deuben. Inhaber seit 16. April 1896 Heinrich Oswald Uhlig - 1902-05 finazielle Schwierigkeiten, 05. Nov. 1908 Firma ist erloschen. 20. Nov, 1912 Uhlig & Sohn angemeldet, Mitinhaberin Elisabth Martha verehl. Uhlig. 1920 Zweigniederlassung in Dresden, Inhaber Artur Johannes Dörrer aus Deuben und Gotthardt Georg Petzold in Blasewitz. 10. Mai 1927 Liquidatio, Firma ist erloschen.

  

 

Johannes Dörrer, Tuchfabrik, Poststraße 3 in Deuben, 1922 waren 35 Arbeiter beschäftigt.

Adrb.: 1944 Weberei endloser Bänder für Zigarettenfabriken, Maschinenbauanstalt GmbH, produzierte für Universelle Zigarettenmaschinenfabriken Dresden - waren zu 50 % beteiligt,

Güterbahnhofstraße 3. (sieh unter Maschinenfabriken)

Heute Standort von Werbe-Rupprecht.

 

Celluloidwarenfabrik und Metallwaren

Karl Gustav Standfuss (*18.08.1864 Blumberg bei Torgau), Puppenkopffabrik. Metall- und Celluloidspielwaren.

Seit 1894-1931 auf der Bahnhofsstraße 35 in Deuben bei Dresden, seit 1921 Ortsteil der Stadt Freital, Döhlen Kataster-Nr. 104a, Villa-Wohnhaus wurde erbaut im Jahr 1878 - später Stadtbibliothek, Fabrikgebäude Kat.Nr. 104b erbaut 1879 (früher Zinkguß und Nippes-Fabrik, früher auch Zinnguß, Firma von Dresden kommend, dort seit 1884). Hersteller von Spielzeug und Puppen und Puppenköpfen aus Celluloid und  Zinkguss mit Celluloidüberzug, verbreitet unter der Marke "JUNO" (wohl seit 1903). 1929 Inhaber : Arno Marschner, Seit 01.04.1931 hat die Firma Standfuß ihren Betrieb abgegeben. Der Betrieb wurde von der Celluloidwarenfabrik Eilenburg - Deutsche Celluloid Fabrik erworben und Stillgelegt. Die Firma unterstand der I. G. Farbenindustrie Aktiengeselleschaft - Filmfabrik Wolfen Kreis Bitterfeld, Zentrale Frankfurt a. Main. Man vermutete das die Fa. Standfuß aus Konkurrenzgründen geschlossen wurde, die neue Firma gab unrentabilität an. Es arbeiteten viele Frauen im Betrieb.  Auf dem Gelände befanden sich ein Komplex mit mehrern Fabrikgebäuden und zur Dresdner Straße eine Villa die ebenfalls zur Fa. Standfuß gehörte (zuletzt von der Stadbibliothek genutz). Das Fabrik-Areal erstreckte sich von der Bahnhofsstraße bis zur Gärtnerei Nietzold, die Hälfte an der Bahnhofsstraße gehörte der Firma Standfuß und die andere Hälfte bis zur Gärtnerei war die Armaturenfabrik Michalk. Später Abriß des gesamten Areals und ab 2013 wurde das Gründerzentrum "F1" als moderner Neubau errichtet.

 

Foto, Möbius, Walter 1935, Aufn.-Nr.: df_m_0005343, Eigentümer Deutsche Fotohek Dresden SLUB, Ausschnitt.

Rechs, Giebel des Fabrikgebäudes der Firma Standfuss an der Bahnhofsstraße an der Grenze zu Freital-Deuben mit aufgemalter Werbung: Celluloidwaren-Frabrik, Karl Standfuss, Freital-Deuben. Links der Giebel mit der Aufschrift der Firma Michalk. Im Hintergrund Stadthaus/Ärztehaus Freital am Neumarkt/Leßkestraße.

 

Formenfabrik, Schokoladenformen, Inhaber Gebrüder Frank, Obere Dresdner Str. 130, später auf der Rotkopf-Görg Str. 11, im Adressbuch bis 1938 Güterbahnhofstraße 1.

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Stanzwerk, Arthur Müller, Adressbuch 1924/25, Rotkopf-Görg Str. 11.

 

Schmiergelwerk Georg Voß & Co., (Naxos) Wetzsteine, Schleifsteine, wurde in Dresden betrieben, wurde am 01. Juli 1862 nach Deuben verlegt, 

seit 1875 Inhaber Guido Zische. 1922 sind 47 Arbeiter beschäftigt, Poststr. 10, nähe Goetheplatz, später nach 1945 VEB Meding.

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Mühlenbauanstalt W. Schulze, früher Modellbaufabrik Wilhelm Schulz, seit 1922 Gmbh mit Mühlenbau - Maschinenbau, Marke: "WISCHU", Genossenschaftsstraße 1, Neudöhlen.      1922 waren 22 Arbeiter beschäftigt.

 

Sächsische Modellwerkstätten, Viehweg & Co. Deuben, Lehrmittel, Holzmodelle, An der Weißeritz 3.

 

Ernst Starke Ziegelfabrik. Niederhäßlich, 1922 waren 35 Arbeiter beschäftigt.

 

Engelmann & Co. Freital, Fabrik für künstliche Blumen. Inhaber Gebrüder Kremmler, Schulstraße 12, seit 1859 Potschappel. 1922 waren 35 Arbeiter beschäftigt.

 

Christian Hermann Vohlde, Potschappel, Leiterwagen Leitern, Besen, Bürsten, Untere Dresdner Straße 70.

 

Bürstenmacher, Oswald Päßler , Ob. Dresdner Straße 126.

 

Paul Mittag Nachfolger, Inhaber Schnare & Brehmer in Potschappel, Liefert: Möbelwagen, Anhänger, Untere Dresdner Straße 3-5.

 

Faßfabrik, Edwin Demkosky, Ober Dresdner Straße 35.

 

Faßfabrik, Glühmann, Oskar, später Albert - früher Birkigter Str. 2, Potschappel, seit 1791.

 

Robert Gebauer Schuhfabrik Deuben, Turn-u, Hauschuhe, Neue Straße 4.

 

Paul Wustlich Pantoffelfabrik, Rathausstraße 2, 1922 waren 9 Arbeiter beschäftigt.

 

P. Kontny,  Freital-Döhlen, Holzschuhfabrik-Sägewerk, Kistenfabrik, gegründet am 01.Okt 1896 (laut Anzeige Stadtbuch -1924 soll die Firma schon 1876 entstanden sein), Produkte: Holzpantoffeln, Filzschuhe, Turnschuhe, Filzschnallenstiefel. Obere Dresdner Straße , zwischen Tankstelle und Steuerhaus, später J. Kontny Söhne, Benno Kontny  an der Güterstraße 4a Deuben. (weiter Infos unter Dokumente und Belegstücke ...)

 

Holzschuhfabrik, Alwin Fischer, Gartenstraße 5.

 

Alfred Knieling, Ofenfabrik Freital Döhlen, Vorgänger: 1807 auf Staatskosten an der Kohlenstraße von Zauckerode neben dem Kunstschacht gegründet (heute an der Brückenauffahrt Wildruffer Str., ehemaliger Standort der Steinholzfabrik/Xylolith, heute Maler GmbH), 1827 gilt als Gründungsdatum der Ofenfabrik Knieling. Umsiedlung durch Kaufmann Günther, 1829 Erweiterung, ab 1836 an Thonwarenfabrikant Knieling übergegangen, 1869 arbeiten 3 Brennöfen, 12 Personen, Produkte: Öfen mit Porzellanglasur, Verzierungen, Wasserrohre, Öfen für Porzellanverarbeitung. (Denkschrift Verein gemeinnütziger Kenntnisse Plaunsch. Grund 25 jähr. Bestehen 1869, Autor: E. Preußer, Potschappel) Ab 06.07.1905 heißt die Firma Fabrik Meißner Schamottofen Alfred Knieling. 1922 waren 15 Arbeiter beschäftigt. Später Kino Capitol - Weihe 04.Dez.1926. Umbau durch den akad. Architekt Weber von Dresden, Bauherr Dresdner Lichtspielbesitzer Dicke.

 

Max Bernhardt Siebert in Potschappel, Ofenfabrik, Blumentöpfe, Untersetzer, seit 1892 Bernh. Moritz Sibert Töpfermeister, Untere Dresdner Str. 18. später 47, ursprünglische Herkunft der Firma vermutlich Dresden.

 

Hermann Hennig Töpfermeister Potschappel, Untere Dresdner Straße 29.

 

Emallier-,Schilder- und Kochgeschirrfabrik, Braun & Kreß,

Inhaber: Gustav Hugo Schulz, Obere Dresdner Straße 125,150, Deuben.

Richard Braun kaufte am 01. April 1877 das Krönertsche Gut und errichtete in diesem Gebäude seine Emailliehütte und Kochgeschirrfabrik, Aug. 1878 kauft Kaufmann Emil Richard Kreß aus Reichenbach im Vogtland den Anteil des vorherigen Teilhabers auf, von Josef Preißler aus Friedland in Böhmen (Quelle:Leske).

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Emallier-,Schilder- und Kochgeschirrfabrik, Max Köhler, Untere Dresdner Straße 62.

 

Emil Winzer & Sohn, Lichtbildwerkstätte  Potschappel, Wohnung Sörgelstraße 10, Gewerbe untere Dresdner Str. 82 - Atelier befand sich in einem Holzbau hinter dem Haus, Ecke Sörgelstraße, gegründet 1886, seit 1907 angemeldet.

Inhaber: Photograph, Karl Paul Emil Winzer geboren am 21.11.1875 in Dresden.

 

Lichtbildwerkstatt, Charles Berger, Potschappel, Richard Wagner Str. 1.

 

Photographisches Atelier, Emil Kraus, Deuben, Obere Dresdner Str. 83, wäre heute an der Zufahrt Wehrstraße.

 

Graphische Werkstätten Clemens Landgraf Potschappel, Nachfolger W. Stolle.

 

Verlag W. Stolle & Co. Freital Potschappel, Buchdruckerei, Zeitungsverlag in 7 Sprachen und viele Regionalzeitungen im Umland (Freitaler Tageblatt Glück-Auf, seit 1921, 1862 gegründet als Zeitung "Glück-Auf" durch Amandus Friedrich Lütze aus Würtenberg einem Buchdrucker in Deuben später in Potschappel, Leske Bd.I, S.38), Reinhardt Willibald Stolle, Inhaber der Fabrik Landgraf Nachf. Bahnhofstraße 6 in Potschappel. Gegründet am 19.10.1876 durch Kaufmann und Inhaber August Fürchtegott Stolle in Potschappel. Große Teile der Fabrik wurden am Ende des 2. Weltkriegs durch einen Bombenangriff zerstört der dem Potschappler Bahnhof galt, versuchter Wiederaufbau des modernen Einbaus im Hinterhof, danach Enteignung. 1922 waren 45 Arbeiter beschäftigt.

 

Plakatfabrik und -Malerei, Schönberg, Max, Untere Dresdner Straße 133.

 

R. Rothenberg Schmiedemeister Potschappel, Kunstgewerbliche Werkstatt, Innendekoration, Spezialität Beleuchtungskörper.(Schöpfer des Nasenbrunnens in Freital, siehe unter Bitzan Projekte Freital - Potschappler Markt).

 

Wilhelm Robert Luft, Inhaber Otto Luft und Karl Fritzsche, Klempnerei, Potschappel, Untere Dresdner Straße 80. (weiter Infos unter Dokumente und Belegstücke ...)